Dieser Richter regt Deutschland auf: Samantha S. (26) zeigte ihren besten Freund wegen Vergewaltigung an. Andy S. (32) wurde zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, das Amtsgericht Zwickau (Sachsen) stufte die Tat im August 2018 als besonders schweren Fall ein.

Der Vergewaltiger ging in Berufung. Am Landgericht Zwickau reduzierte Richter Rupert Geußer (57) die Strafe auf zwei Jahre Haft. Seine Urteilsbegründung: „Das leichte Drücken auf der Couch ist keine Gewalt. Es ist nicht der schlimmste Fall der Vergewaltigung, das wird das Opfer nicht trösten, aber wir verhandeln hier ganz andere Fälle.“

Dabei fiel auch der unfassbare Satz zu Andy S.: „Sie haben heute die Flucht nach vorn angetreten, haben die Hosen runtergelassen, alles gestanden. Beim Amtsgericht lag das Geständnis nicht so vor.“

Samantha S. sagte nach dem Urteil: „Die Worte des Richters fand ich erniedrigend und verletzend. Er hat das alles heruntergespielt und den Täter fast zum Opfer gemacht.“

Samantha zeigte ihren Peiniger an, vom Gericht fühlt sie sich nun erniedrigt

Dieser Fall ist nicht der einzige, in dem der Richter Geußer viel Gnade walten ließ.

Die milden Skandal-Urteile des Richters:

11. Dezember 2017: Der libysche Intensivtäter Mohammed F. (29) war wegen diverser Straftaten zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Wegen eines anderen Delikts musste er sich erneut verantworten: Er hatte einem Mann eine zerbrochene Bierflasche ins Gesicht geschlagen, diesen schwer verletzt.

Richter Geußer: „Sie bekommen noch eine Chance. Urteil: Ein Jahr auf Bewährung.“ Doch Mohammed F. beging später viele weitere Straftaten, tauchte ab, ist bis heute verschwunden. Er ist der Mann, zu dem Knallhart-Richter Stephan Zantke einst gesagt hatte: „Wenn es in Deutschland so scheiße ist, warum sind Sie dann hier?“

Mohammed F. bekam eine zweite Chance von Geußer und tauchte ab

19. Dezember 2017: Der Leonberger-Bordeaux-Mischling Junior (4) hatte Emilia (7) fünfmal ins Gesicht gebissen. Hundebesitzer Yves R. (31) wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu zehn Monaten Haft verurteilt und die Tötung des Hundes wurde angeordnet. Der Hundebesitzer legte Berufung ein.

Richter Geußer urteilte: keine Haft. Nur 1170 Euro Geldstrafe – und den Hund bekommt R. zurück. Geußer: „Er ist kein Kampfhund, wir sehen keine Wiederholungsgefahr.“

12. April 2018: Maria S. (37) hatte eine jahrelange kriminelle Karriere, nie musste sie wegen ihrer Diebstähle und Betrügereien ins Gefängnis. Doch dann stand sie wegen 85-fachen Drogenhandels vor Gericht. Urteil: zwei Jahre und sieben Monate Haft. Sie ging in Berufung.

Richter Geußer urteilte: zwei Jahre auf Bewährung. Begründung: „Sie haben sich einer Therapie unterworfen.“

Geußer verringerte auch das Urteil von Adel S. – weil dieser als Ausländer unter erhöhter Haftempfindlichkeit leide

24. April 2018: Der algerische Intensivtäter Adel S. (28) war wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er legte Berufung ein.

Richter Rupert Geußer verringerte das Urteil um ein Jahr Haft und begründete: „Als Ausländer leiden Sie unter erhöhter Haftempfindlichkeit.“