Ein heißer Flirt mit AKK, viel Romantik für Angela Merkel, hochtourige Kreativität von Horst Seehofer: Der Blick in die Sterne verspricht einige Überraschungen im neuen Jahr.

Der Jahreswechsel ist die Zeit der Rückblicke: Welche Ereignisse haben uns heuer den Atem anhalten lassen? (Juso-Konferenz mit Kevin Kühnert) Wer ist alles gestorben? (Spiderman-Vater Stan Lee) Und warum kennt eigentlich niemand die Gewinnerin der 2018er-Ausgabe von „Deutschland sucht den Superstar“? (Marie Wegener). Nachdem wir hiermit unserer Chronistenpflicht Genüge getan haben, folgen nun (traditionell unter Zuhilfenahme des Jahreshoroskops der Astrowoche) die Aussichten für 2019.

Los geht‘s mit Polit-Aufsteigerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Sternzeichen Löwe: „Sie können sich kaum vor Flirtchancen retten und machen viele neue Bekanntschaften“, orakelt das Fachmedium. Damit dürften natürlich die Grünen und die FDP gemeint sein – wer sonst sollte der feschen Saarländerin seine Aufwartung machen? Bahnt sich da also schon eine neue Koalition den Weg? Es sieht ganz danach aus, denn: „Von April bis Oktober können Sie allen zeigen, was in Ihnen steckt. Dann bieten sich tolle Chancen, um die Karriereleiter nach oben zu klettern. Wenn der Dezember beginnt, schlägt für Ihre berufliche Zukunft die große Stunde.“ Das klingt alles sehr nach einem Wechsel ins Kanzleramt schon im nächsten Herbst, zumal es über die derzeitige Amtsinhaberin (Angela Merkel, Sternzeichen Krebs) heißt: „Anfang Oktober erwartet Sie ein klitzekleines Tief mit einigen Streitereien.“ Ja, so eine Machtübergabe geht eben nie ganz ohne Reibereien vonstatten. Doch Merkels weitere Aussichten lassen den Kummer schnell vergessen: „Jupiter und Venus belohnen Sie im Dezember mit viel Romantik und Leidenschaft.“ Wir gönnen es ihr von Herzen!

SPD-Vorsitz für Friedrich Merz?

Weniger romantisch dürfte sich das neue Jahr für Friedrich Merz (Skorpion) gestalten: „Projekte, die Sie fordern und bei denen schnelles Handeln notwendig ist, sind Ihrem Jahreshoroskop nach zu schließen 2019 Ihr Spezialgebiet“, prognostiziert die Astrowoche. Nachdem es bei der CDU nicht ganz geklappt hat, könnte Merz nach einem Rücktritt von Andrea Nahles (Zwilling, „verliert den Überblick“) in einer weiteren Überrumpelungsaktion womöglich für den SPD-Parteivorsitz kandidieren. Zumal es über Skorpione heißt, sie würden „aus der Routine ausbrechen und Neues wagen – nicht nur im Schlafzimmer“. Das lässt jedenfalls auf ein vielversprechendes Jahr schließen, beruflich wie privat. Wir halten Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

Horst Seehofer, seines Zeichens Krebs, kann recht zuversichtlich ins neue Jahr gehen. Nach einem turbulenteren Start („Sie werden jetzt viel gefordert und müssen beweisen, dass Sie auch mit stressigen Phasen umgehen können“) läutet der Frühlingsbeginn „dann eine etwas entspanntere Zeit ein. Das ist Ihre Chance, Projekte, für die Sie keine Zeit hatten, endlich in die Tat umzusetzen.“ Was könnte die Astrowoche damit wohl meinen? Geht es um eine Erweiterung der heimischen Modelleisenbahnanlage? Das Projekt „Merkel absägen“ ist ja schon weitgehend realisiert. Aber lesen wir weiter: „Von April bis Juni arbeitet Ihre Kreativität auf Hochtouren. Mit Ihren tollen und schnellen Lösungen sammeln Sie viele Pluspunkte und machen sich beliebt.“ Der Bundesinnenminister könnte womöglich noch ein paar neue Punkte für seinen Migrationsmasterplan austüfteln; in Frage kämen eine Abschiebung von Markus Söder aus der bayerischen Staatskanzlei nach Franken oder ein generelles Einreiseverbot für Ralf Stegner.

Robert Habeks Erfolg wird kommen

Über den Steinbock Markus Söder heißt es, „in den Herbstmonaten macht Ihnen so schnell niemand etwas vor. Jetzt haben Sie so viel Kraft, dass Sie beinahe Bäume ausreißen könnten.“ Ob der bayerische Ministerpräsident bei den Rodungsarbeiten für die Erweiterung des Münchener Flughafens also selbst Hand anlegt? Wir werden es erfahren.

Robert Habeck, der zu den wegen ihrer Bescheidenheit und Rechthaberei beliebten Jungfrauen zählt, hat von allen Politikern das beste Los gezogen – zumindest für 2019. Astrowoche sagt dem Grünen-Chef voraus: „Alles, was Sie tun müssen, ist, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Ihr Erfolg wird kommen.“ Also eigentlich business as usual auf dem Weg zur Regierungspartei: Die SPD machen lassen, und mit den eigenen Leuten im Schlafwagen an die Macht rollen. Klingt gut.

Ganz anders hingegen verhält es sich beim AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland: „Gerade im Frühling müssen Sie Ihrem Jahreshoroskop 2019 nach zu urteilen aufpassen, dass Sie nicht zu viel Zeit auf dem Sofa verbringen“, heißt es über den Fische-Geborenen. Was dem einen (Habeck) großzügig zugestanden wird (sofamäßig abchillen), daraus erwächst dem anderen (Gauland) also Gefahr. Ungerecht, aber so sind die Sterne eben. Immerhin: „Ab September sind Sie in Bestform. Machen Sie all das, was Ihnen Spaß macht.“ Wird Gauland neue Thesen zur deutschen Vergangenheit formulieren? Einen Online-Versand für aparte Hundekrawatten auf die Beine stellen? Machen ihm solche Dinge überhaupt Spaß? Wir wissen es nicht und zitieren deshalb lediglich den weiterführenden Ratschlag des Astrowoche: „Es darf ruhig auch richtig anstrengend und fordernd sein.“ Augias lässt grüßen, und wir selbst wünschen allen Beteiligten ein heldenhaftes neues Jahr.