Das Sicherstellungsgelände der Polizei in Schöneberg ist ein hochsensibler Bereich. Dort werden Autos abgestellt, die im Zusammenhang mit einer Straftat beschlagnahmt wurden. Sicher ist hier allerdings nur, dass nichts sicher ist.

Anfang Dezember wurde bei der Polizei eingebrochen. Zuvor hatte es einen Raubüberfall auf einen Geschäftsmann gegeben, und die Polizei brachte das Fluchtauto auf ihr Schöneberger Sicherstellungsgelände. Dort vernichteten die Einbrecher mit einem Feuerlöscher verräterische DNA. Doch jetzt führt die Spur die Ermittler zu einem arabischen Clan.

Rückblick: Am 30. November 2018 kommt um 10.30 Uhr der Chef einer Spielcasino-Kette (66) mit seinen Einnahmen zu einer Bank am Bundesplatz (Wilmersdorf). Als er mit seiner Aktentasche die Filiale betreten will, springen drei Männer aus einem VW-Golf und besprühen den Geschäftsmann mit Reizgas. Der Fahrer wartet am Steuer.

Dann flüchten die Täter mit 230 000 Euro Beute im Golf. Dabei werden sie von einem Passanten beobachtet und verfolgt. In Panik verursachen die Räuber in der Stubenrauchstraße (Friedenau) einen Unfall. Sie lassen das Fluchtauto zurück. Zwei Männer entkommen im Taxi, die beiden anderen Komplizen zu Fuß. Die alarmierte Polizei kann wenig später einen von ihnen unter dringendem Tatverdacht festnehmen. Es ist Husam Al-R. (30).

Gegen den arabischstämmigen Mann wurde seit 2006 unter anderem wegen Körperverletzung, Raub und Erpressung ermittelt. Und: Er ist eng befreundet mit der Neuköllner Großfamilie Abou-Chaker.