Wie muss der deutsche Staat mit deutschen ISIS-Kämpfern umgehen? Sollen sie nach Deutschland zurück kommen dürfen?

Jetzt mischt sich ein Experte in die Debatte in ein, dessen politische Äußerungen schon einmal für viel Zündstoff in der Großen Koalition sorgten: Hans-Georg Maaßen, bis 2018 Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Er will ISIS-Anhängern mit Doppel-Pass die deutsche Staatsangehörigkeit aberkennen – damit Deutschland sie nicht zurück nehmen muss.

Maaßen: „Ich warne vor sozialdemokratischen Rechtsattrappen im Staatsangehörigkeitsrecht. Es muss sichergestellt werden, dass alle Personen, die in der Vergangenheit für ISIS und damit gegen westliche Werte kämpften, die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren, wenn sie noch andere Staatsangehörigkeiten haben.“

Hintergrund: Mehr als 1050 Islamisten aus Deutschland waren in den Irak und nach Syrien ausgewandert, um sich den ISIS-Dschihadisten oder anderen islamistischen Terrorgruppen anzuschließen. Jetzt ist ISIS besiegt, die Kämpfer sind entweder schon zurück in Deutschland oder in Gefangenschaft, meist in kurdischen Gefängnissen und mit US-Unterstützung.

US-Präsident Donald Trump hatte damit gedroht, Terror-Kämpfer notfalls sogar gegen den Willen der Bundesregierung nach Deutschland zu verfrachten.

Führende Staatsrechtler sind übereinstimmend der Meinung, dass der deutsche Staat rechtlich zur Aufnahme von deutschen Staatsbürgern verpflichtet ist.

Hans-Georg Maaßen ist im Februar der WerteUnion beigetreten, dem konservativen Flügel der CDU/CSU. Er wurde im im vergangenen Jahr nach einem Streit über ein Video, das vermeintliche Hetzjagden bei den Ausschreitungen in Chemnitz zeigte, von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in den einstweiligen Ruhestand versetzt.