Trump hält sich mit Kritik an US-Notenbank-Chef Powell nicht zurück. Bei einem Treffen sagte er Insidern zufolge: „Ich hab Dich wohl am Hals.“

Wenn US-Präsident Donald Trump politische Entscheidungen nicht gefallen, dann hält er mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Und die Kritik kann ziemlich hart ausfallen. Das musste zum Beispiel Ex-Justizminister Jeff Sessions am eigenen Leibe spüren, den Trump immer wieder gedrängt hatte, Sonderermittler Robert Mueller zu entlassen und die Untersuchungen in der Russland-Affäre zu beenden. Da Sessions sich als befangen erklärt hatte, brachte Trump ihn in Misskredit.

Jetzt steht US-Notenbankchef Jerome Powell in Trumps Fadenkreuz. In drei verschiedenen Meetings mit republikanischen Senatoren und Unterstützern in dieser Woche wetterte er lautstark gegen den Chef der Notenbank (Fed), wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Ohne die Leitzins-Erhöhungen der Fed, stünden die Wirtschaft und der Aktienmarkt viel besser da, und das US-Defizit würde weniger stark steigen, soll Trump gesagt haben.

„Es war ziemlich grob“, sagte ein Mitarbeiter, der bei den Treffen dabei war. Nebenbei macht der US-Präsident Finanzminister Steven Mnuchin für die Wahl Powells an die Spitze der US-Notenbank verantwortlich. „Mnuchin hat mir den Kerl eingebrockt“, soll Trump gesagt haben.

Unter anderem erzählte Trump laut dem Bericht des WSJ selbst auch von einem Telefonat mit Powell, das er Anfang März geführt hatte. „Ich glaube, ich hab Dich am Hals“, habe er Powell dabei gesagt, so Trump.

In der vergangenen Woche hatte Trumps Finanzberater Lawrence Kudlow bei einem Treffen mit Pressevertretern bekanntgegeben, dass der Präsident den Referenzzinssatz gerne um einen halben Prozentpunkt senken würde – im Grunde eine Rücknahme der Fed-Zinserhöhung des vergangenen Jahres.