Die Grünen diskutieren weiter über die Gefahr durch „Männerhorden“. So nannte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (70, Grüne) kriminelle Gruppen männlicher Flüchtlinge. Jetzt legte der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (46, Grüne) nach.

Im Interview mit dem „Morning Briefing“ von Journalist Gabor Steingart sagte er: „Wir haben gedacht, wir gewähren diesen Menschen Schutz, deswegen werden sie friedlich sein, und tatsächlich sind da offensichtlich schwarze Schafe dabei, die jetzt die Einwohner von Städten zu Schutzsuchenden machen.“

Die Einwohner deutscher Städte: auf der Suche nach Schutz vor Flüchtlingen? Die beiden Spitzen-Grünen sehen das offensichtlich so.

Kretschmann hatte deshalb vergangene Woche gefordert, „Männerhorden“ aus den Städten „in die Pampa“ abzuschieben.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (46, Grüne)

Palmer stimmt ein, will Flüchtlingen Wohnsitze zuweisen und „geeignete Einrichtungen schaffen, in denen ausreichend Security und eine geeignete Lage dazu führen, dass es faktisch dann sehr schwer wird, unter so engmaschiger Aufsicht und Kontrolle noch schwere Verbrechen zu begehen“.

Zustimmung kommt aus der Union! Innenexperte Michael Frieser (54, CSU): „Wir haben die Voraussetzung für eine Wohnsitzzuweisung nicht umsonst geschaffen. Wie müssen sie nur konsequent anwenden.“

Fakt ist: Die Zahl der Flüchtlinge (rd. 117 500 bis zum 5. November), die nach Europa kommen, hat im Vergleich zum Vorjahr (2017 gesamt: rd. 178 000) abgenommen.

Ein vertrauliches Papier der Bundesregierung zeigt aber: 54 000 Migranten erreichten Europa über Spanien, eine Vervierfachung seit 2016; 27 500 landeten auf den griechischen Inseln an; 22 500 in Italien (2017 gesamt: 119 000) und 13 500 kamen über die türkisch-griechische Grenze an.