Ein rassistischer und homophober Angriff auf Jussie Smollett sorgte im Januar für Aufsehen. Dann wurde bekannt, dass der Schauspieler alles nur inszeniert hatte. Die Polizei nennt nun Details zu dem Fall. Auch Donald Trump schaltet sich ein.

US-Schauspieler Jussie Smollett soll den inszenierten Angriff auf seine Person aus Karrieregründen organisiert haben. Der Seriendarsteller aus „Empire“ habe die rassistische und schwulenfeindliche Attacke vorgetäuscht, weil er unzufrieden mit seinem Gehalt gewesen sei und seiner Karriere nachhelfen wollte, sagte der leitende Chicagoer Polizist Eddie Johnson am Donnerstag. Vor dem vermeintliche Angriff habe Smollett dem Produktionsstudio Fox einen an sich selbst adressierten Drohbrief geschickt.

Smollett wird beschuldigt, eine falsche Anzeige erstattet zu haben, als er der Polizei sagte, zwei Männern hätten ihn am 29. Januar angegriffen. Auf das ihm vorgeworfene ordnungswidrige Verhalten steht eine Höchststrafe von drei Jahren Gefängnis, zudem muss er möglicherweise die Kosten der Ermittlungen übernehmen. Der 36-Jährige hatte sich am frühen Morgen der Polizei gestellt, nachdem die Staatsanwaltschaft ihn angeklagt hatte.

Die Anwälte Todd Pugh und Victor Henderson schrieben am Mittwoch, für Smollett gelte „die Unschuldsvermutung, insbesondere wenn es eine Ermittlung wie diese gab, wo wiederholt Informationen, sowohl richtige als auch falsche, durchgestochen“ worden seien.

Die Gerüchteküche um falsche Angaben war von Berichten angeheizt worden, Smollett habe nach dem vermeintlichen Vorfall nicht vollständig mit der Polizei kooperiert. Der offen schwul lebende afroamerikanische Schauspieler hatte vor rund drei Wochen gesagt, er sei auf dem Weg nach Hause von zwei vermummten Männern überfallen worden. Sie hätten ihn zusammengeschlagen, rassistisch und homophob beschimpft und ihm eine Schlinge um den Hals gelegt. Dabei sollen sie nach Smolletts Darstellung gebrüllt haben: „Das ist MAGA-Land“, eine Anspielung auf US-Präsident Donald Trumps Parole „Make America Great Again“ (MAGA).

Die Ermittler hatten anschließend kein Videomaterial auf Überwachungskameras sichern können, das den Vorfall festhielt. Zwei Brüder wurden in dem Fall verhaftet und später wieder freigelassen, weil sie laut Polizei keine Verdächtigen waren. Laut Polizeileiter Johnson zahlte Smollett ihnen 3500 Dollar (etwa 3100 Euro) dafür, dass sie den Angriff spielten. Der entsprechende Scheck sei ein Beweismittel.

„Was ist mit MAGA?“

Von Tag zu Tag war in den vergangenen Wochen deutlicher geworden, dass an Smolletts Aussage ernsthafte Zweifel aufgekommen sein mussten. Am Freitag meldeten die Ermittler, die Aussagen der Brüder hätten der Untersuchung eine neue Richtung gegeben. Der Polizei zufolge arbeitete einer der Männer für „Empire“, und Smolletts Anwälten zufolge war einer von ihnen dessen Trainer.

Die Anwältin der Brüder, Gloria Schmidt, sagte: „Es gab einen Punkt, an dem die Geschichte erzählt werden musste, und sie rissen sich zusammen und sagten, wir werden dies richtigstellen.“ Smollett habe ihnen Geld gegeben.

Trump twitterte an Smollett: „Was ist mit MAGA und den zig Millionen Menschen, die Sie mit Ihren rassistischen Kommentaren beleidigt haben!?“