Zwei Tage sind seit dem verheerenden Attentat von Straßburg vergangen, als Polizeikräfte am Donnerstag in den Stadtteil Neudorf zurückkehren – und den Attentäter Cherif Chekatt (29) stellten und erschossen.

Aus dem Umfeld von Chekatt wurden inzwischen sieben Personen festgenommen, darunter Vater, Ehefrau und Brüder des Hauptverdächtigen.

Ein älterer Bruder, Sami Chekatt (34), wurde in Algerien festgenommen, wie „Le Parisien“ berichtet, auf Grundlage eines Haftbefehls wegen Verbindung zu einer terroristischen Organisation. Auch er hat einen „Fiché S“-Eintrag und gilt als gefährlich. Er hatte Frankreich bereits vor dem Anschlag während des Weihnachtsmarkts in Straßburg verlassen, die Ermittler wollen wissen, ob er über die Anschlagspläne Bescheid wusste und eventuell logistische Hilfe geleistet habe.

Polizeikräfte am Donnerstag auf der Suche in Straßburg-Neudorf

Auch aus der kriminellen Vergangenheit der 29-Jährigen kommen immer mehr Details ans Licht. So entkam er am Dienstag, also vor dem Anschlag, nur knapp der Polizei. Er sollte festgenommen werden – wegen versuchten Mordes.

Hintergrund: Im August waren drei Männer in die Wohnung eines Taxifahrers eingedrungen, um ihn zu überfallen. Doch ein Bekannter wachte auf, der Taxifahrer konnte flüchten, sein Freund bekam einen Messerstich in den Hals ab. Laut Nachrichtensender BFMTV lag er mehrere Wochen im Koma, überlebte aber. Polizisten kamen den mutmaßlichen Tätern über einen Miettransporter auf die Schliche, den sie sich für die Tat besorgt hatten. Unter ihnen: Cherif Chekatt.

Der Serienkriminelle wurde bislang in Frankreich, der Schweiz und in Deutschland wegen 27 Vergehen verurteilt, 67-mal erkennungsdienstlich behandelt. Er soll Raubüberfälle und Diebstähle begangen haben.

Ein Polizist an der Grenze zu Frankreich. Zwischenzeitlich war vermutet worden, dass der Attentäter nach Deutschland geflohen sein könnte

Offenbar war der 29-Jährige unter anderem im November 2006 an einem Überfall beteiligt. Auf einem Rastplatz wurde der Fahrer eines Kleinwagens attackiert, im Kofferraum seines Autos eingesperrt. Doch dann gerieten die Täter in einen Unfall und das Opfer alarmierte die Polizei. Einer der Festgenommenen: Cherif Chekatt.

Auch der Vater des mutmaßlichen Straßburg-Schützen polizeibekannt

Bruder Elias (36) ist den Behörden wegen 23 Vergehen, Bruder Malek (37) wegen knapp 20 Vergehen bekannt. Es ist allerdings völlig unklar, ob sie etwas von der Tat in Straßburg wussten. Nur die Mutter war bislang nicht auffällig.

Schwer bewaffnete Polizisten stehen an der Grenze